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Warum gibt es Leiden?


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Du leidest nicht an der Realität. du leidest an deinen Einbildungen, an deinen Selbsttäuschungen. Du leidest an der Trance, in die du gefallen bist. Kein Mensch leidet an der Realität. Wenn überhaupt, dann leiden Menschen an ihren (willkürlichen) Interpretationen von Realität.

Du leidest an einer Idee, diese Idee heißt "Ich". "Ich" ist eine Idee! Wer bist du, wenn es diese Idee "Ich". nicht gibt? Wer bist du in der Stille deiner selbst? Du brauchst diese Idee "Ich". nicht. Du brauchst sie nur, um zu leiden. "Ich bin der Körper" - das ist eine Idee. "Ich bin dieses Gefühl" oder "Ich bin Cedric" - es ist eine Idee. Die ganze Menschheit leidet an einer Idee, nichts weiter. Wie kann es sein, dass die Menschheit leidet, aber aus unerfindlichen Gründen nicht die Leidenschaft besitzt, dieses Leiden zu beenden? Wie machtvoll eine Idee sein kann!

Doch wie wirklich ist sie? Welche Substanz hat sie? Falle in die Stille deiner selbst, in das, was tiefer ist als jede Idee, die aufsteigt. Du brauchst dich um nichts anderes zu kümmern. Du brauchst nicht irgendwelche Techniken zu lernen, du brauchst überhaupt nichts lernen, um zu wissen, wer du wirklich bist. Nur deine Anhaftung an diesen Gedanken, sie muss aufgegeben werden.

Wenn du in Stille bist, wenn du dich tief in den inneren Raum hinein entspannst, erkennst du, dass Ideen keine Substanz haben. Wenn Ideen keine Substanz mehr haben, hat auch die Welt keine Substanz. Alles, was du kennst, alles, was du weißt, alles, was du glaubst, hat keinerlei Substanz. Und da es keinerlei Substanz hat, hat es auch keinerlei Bedeutung. Der stille Geist ist der Schlüssel.
Es geht nicht darum, dass du das Rauchen aufgibst. Es geht nicht darum, dass du lernst, deine Schwächen zu läutern, vermeintliche Laster aufzugeben. Es geht nicht darum, dass du Beziehungen aufgibst, dich in die Einsamkeit zurückziehst. Es geht nicht darum, dass du dein Geld wegwirfst. Es geht darum, dass du in diesem Moment erkennst, dass du Das bist, was du ohnehin bist, jenseits aller Ideen. Was du immer warst und was du immer sein wirst. Jenseits von Geburt und jenseits von Tod. 

Artikel von OM C. Parkin, 2003
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